Sonntag, 28. Januar 2018
Es muss was Wunderbares sein ...
Bestimmte Menschen verkleiden, wenn sie etwas von anderen wollen, als Geben: Anfangs sind sie noch aufmerksam, charmant, zuvorkommend … dass kein Verdacht einer Manipulation aufkommt. Sie geben sich gerne den Anschein, andere zu verstehen und sich für sie einzusetzen. Sie machen sie glauben, sich für sie aufzuopfern und für sie da zu sein. Mit der Zeit bekommt man das unbestimmte Gefühl, ihnen dafür etwas schuldig zu sein und fühlt sich verpflichtet, etwas für sie tun zu müssen …

Ihre Liebe ist ein Geschäft, eine Ware Liebe, die –bewusst oder unbewusst – manipulativ und geschäftsmäßig benutzt wird, um von anderen zu bekommen, was sie wollen.
Wenn bestimmte Gegenleistungen für Zuwendung erwartet werden, kann dies bereits als Indiz gelten, wie sehr andere in eigennütziger Weise am Zugewinn interessiert sind, der sich durch eine Beziehung ergibt: Aufmerksamkeit, Zuwendung, Loyalität, Bewunderung …
Es fühlt sich manipulativ an, wenn man von ihnen gelobt und auf ein Podest gehoben wird. Man beginnt, sich in ihrer Gegenwart unwohl zu fühlen und sich leise zu fragen, welche Gegenleistung sie von dir verlangen werden: Anpassung, Willfährigkeit, Unterordnung …?

„Wenn du mich liebst, tust du, was ich will!"
Gefährliche Worte, die einer gefährlichen Einstellung entsprechen: Da ist jemand, der alles tun wird, um seine Bedürfnisse und Wünsche anderen gegenüber durchzusetzen. Damit wird die Phase eingeleitet, in der sich jemand das Recht nimmt, andere als Rollen - oder Funktionsträger einzusetzen, die nach seinem Gusto zu „funktionieren“ haben.
Menschen mit narzisstischer Persönlichkeit versuchen immer, etwas von anderen zu bekommen, indem sie - subtil oder offen - emotionalen Druck ausüben. Ihre stumme Erwartungshaltung ist immer spürbar: Sie erwarten, dass man sich ihnen gegenüber auf eine bestimmte Weise verhalten soll.
Der Preis ihrer Anerkennung ist hoch: Während man versucht, es ihnen recht zu machen, verrät man seine eigenen Wünsche und Interessen und Herz und Seele werden einen kleinen Sprung bekommen.

Der größte Fehler, den Narzissten in Beziehungen machen, ist der zu glauben, andere wandeln nur aus einem einzigen Grund hier auf Erden: Um ihre Bedürfnisse zu befriedigen – und das auch noch genau so, wie sie es sich vorgestellt haben.

Wenn man beginnt, sich gegen ihre Spielregeln zur Wehr zu setzen, werden sie versuchen, denjenigen eifersüchtig unter ihre Kontrolle zu bringen - ein weiterer kläglicher Versuch, andere dazu zu bewegen, doch noch alles auf ihre Art und Weise zu tun – damit sie sich ein klein wenig sicherer fühlen können.
Manchmal hat man Mitgefühl mit ihnen, denn ihr eifersüchtiges und einnehmendes Verhalten hat den Anschein von Wertschätzung und wirkt nicht ganz so abstoßend wie Manipulation.
Doch ihr Gesichtsausdruck und ihr Verhalten wird schmerzhaft bewusst machen, dass Eifersucht nichts mit Wertschätzung zu tun hat, sondern mit Kontrolle - die eine versteckte Form der Einschüchterung ist.

Ihre unterschwellige Wut und ihr Besitzdenken werden bei anderen zu Ablehnung und Groll führen – und zu unzähligen Machtkämpfen. Je mehr sie versuchen, andere „in die Pflicht“ zu nehmen und ihnen Schuldgefühle einzureden, umso mehr werden andere Menschen versuchen, sich ihnen zu entziehen. Um sich zu schützen, werden sie emotional Unnahbar.
Obwohl langsam klar wird, dass ihre Manipulationen, ihre Eifersucht, ihr Neid und ihr Kontrollwahn fehlgeleitete Versuche sind, mit ihrer Angst umzugehen, wird man sich dagegen zur Wehr setzen müssen - weil es gefährlich ist, Narzissten ohne Gegenwehr einfach zu gestatten, zu manipulieren, zu kontrollieren, andere zu instrumentalisieren und ihr Leben in Besitz zu nehmen.

Irgendwann wird man erwachsen und mutig genug sein, zu erkennen, dass nichts Wunderbares daran ist, so „geliebt“ zu werden.

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Messerscharfe Analyse,
die nicht nur für Liebesbeziehungen gilt, sondern auch für schlichte Freundschaften. Ich habe da vieles wiedererkannt.

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Eine Prise Narzissmus ...
... steckt in uns allen - wie immer kommt es auf das (Aus-)Maß an Selbstbezogenheit und damit Fremdschädigung an, inwieweit es in Beziehungen heikel werden kann.
Ich frage mich, ob Frauen größere Schwierigkeiten haben, sich gegenüber geliebten Menschen im unmittelbaren persönlichen und auch im beruflichen Umfeld abzugrenzen und die unbequeme Frage zu stellen: Ist das (noch) gesunde Selbstbezogenheit oder (schon) Narzissmus meiner Lieben?
Und ob es vielen Männern ähnlich geht, weil sie weibliche Narzistinnen, deren maßlose Anspruchs- und Erwartungshaltungen nicht früh genug erkennen und sich ihnen dann ausgeliefert fühlen?

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Gute Frage,
in Liebesbeziehungen habe ich das nie beobachtet, da kenne ich es nur aus Literatur und Film.

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Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass selbst krassester Narzissmus im Internet seine "Follower" bekommt und in der Politik salonfähig gemacht wird ...

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